Wissen statt Vertrauen: das Potenzial der Blockchain

Wir haben in einem kompakten Whitepaper das Wichtigste zum Thema Blockchain für Sie zusammengefasst. Als dezentrales System, in dem Transaktionen für alle nachvollziehbar und manipulationssicher dokumentiert sind, eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit und eröffnet neue Perspektiven für die Finanzindustrie.

Stellen Sie sich vor, Ihr Flug fällt aus und Sie bekommen das Ticket automatisch rückerstattet. Die Technologie dahinter könnte eine Blockchain sein, die den Fall über eine einfache Wenn-Dann-Beziehung abwickelt: Eine zuvor festgelegte Quelle bestätigt den Ausfall – die Zahlung wird angestoßen. Der Hamburger Unternehmer Frank Bolten führt dieses Beispiel an und erklärt das Prinzip der Blockchain: „Es geht darum, Geschäftsabläufe weiter zu automatisieren und Datenbestände zu synchronisieren.“

Keine Zentrale, keine Manipulationen

Wie das Internet selbst sind Blockchains dezentral organisiert. Sie speichern und synchronisieren Daten in Peer-to-Peer-Netzen von Knoten zu Knoten. Da die Architektur ohne eine angreifbare, als Kontrollpunkt nutzbare Zentrale auskommt, ergeben sich eine Reihe von Vorteilen: Die Systeme laufen sehr stabil. Sie sind unabhängig und resistent gegen Attacken, erreichbar und performant sowie schwer zu sperren und zu zensieren. Im geschäftlichen Bereich schaffen all diese Faktoren in unternehmensübergreifenden Zusammenhängen Vertrauen. Dieses Vertrauen entsteht auch dadurch, dass sich alle Transaktionen innerhalb der Blockchain nachprüfen lassen: Die manipulationssichere Transaktionskette lässt sich bis zum ersten Glied zurückverfolgen. Für die Akteure ist klar erkennbar, wer was mit welchem Ergebnis gemacht hat. Im Grunde müssen sich Geschäftspartner in solchen Systemen nicht – und schon gar nicht blind – vertrauen, denn sie wissen, was die anderen unternehmen.

Generell stehen Blockchains für ein hohes Maß an Sicherheit. Da von vornherein ausgeschlossen ist, dass Daten manipuliert und nachträglich veränderte oder gefälschte Werte in Transaktionen eingeschmuggelt werden, können sich alle Beteiligte darauf verlassen, dass die Transaktionen in der Blockchain gültig sind. Während Sicherheitslücken bei Banken im schlimmsten Fall dazu führen, dass massenhaft Kundendaten und -konten in die falschen Hände geraten, kann das in dezentral organisierten Systemen nicht geschehen: Die Nutzer der Blockchain kontrollieren ihre eigenen Daten sowie den Zugriff auf diese selbst statt sie in große Datenbanken einzuspeisen.

Hohe Prozessgeschwindigkeit

Die bekannteste Anwendung für Blockchains sind die Kryptowährungen. Während ein Teil der Nachrichten über Kryptowährungen aus einem Rausch von Investitionsspekulationen resultiert, geht es bei dem ursprünglichen Konzept hinter Kryptowährungen wie Bitcoin um Peer-to-Peer-Zahlungen. Da Kryptowährungen keine zentrale Hardware benötigen und neben der Durchsatzkapazität des Netzwerks keine Engpässe passieren müssen, sind die einzelnen Schritte im Zahlungsverkehr in der Regel sehr schnell umgesetzt. Dank ihrer dezentralen Architektur stellen Hardwareausfälle, die etwa jüngst bei Visa ein regelrechtes Zahlungschaos ausgelöst haben, für Blockchains keine Bedrohung dar. Da Kryptowährungen nicht von einem zentralisierten System oder Gatekeepern abhängen, laufen die Zahlungen rund um die Uhr, anstatt von einem Clearingsystem oder der Verfügbarkeit von Datum und Uhrzeit abhängig zu sein.

Wenn Personen oder Unternehmen ihre Zahlungen über Blockchains direkt abwickeln, fallen Zwischenstellen mit ihren eigenen Technologien weg. Das spart Zeit und senkt Kosten. Gerade bei Zahlungen erweist sich die Transparenz der Blockchains allerdings als zweischneidiges Schwert, da sie die Privatsphäre von Personen infrage stellt. Hier könnten Ansätze wie Vitalik Buterins Ethereum einen Weg weisen. Die Blockchain 2.0 macht den dezentralen Ansatz mit seinen Vorzügen gewissermaßen businesstauglich: „Wenn die öffentliche Blockchain vergleichbar mit dem Internet ist, dann ist diese ‚Blockchain 2.0‘ das Intranet.“

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass die einzelnen Transaktionen quasi in Stein gemeißelt sind. Es müssen anwenderfreundliche Wege gefunden werden, alle denkbaren Fehler ungeschehen zu machen – angefangen beim einfachen Zahlendreher. In Summe überwiegen die Chancen der Technologie die kritischen Aspekte, für die pragmatisch Antworten gefunden werden müssen. Auf jeden Fall lohnt es sich, das Thema auf die Agenda zu nehmen. Die wichtigsten Aspekte für Banken haben wir in einem Whitepaper für Sie zusammengefasst.