Vom digitalen Ökosystem profitieren: Wie aus Einzelkämpfern erfolgreiche Teamplayer werden

Die disruptiven Auswirkungen der Digitalisierung setzen Finanzinstitute unter Zugzwang. Kaum eine Bank verzichtet darauf, die Customer Experience auf die eine oder andere Weise zu verbessern, ins Mobile Banking zu investieren oder sich mit Themen wie Blockchain und AI (Artificial Intelligence) auseinanderzusetzen. Geschieht dies im Rahmen einer ganzheitlichen Strategie, kann das digitale Ökosystem zu einer „Goldgrube“ werden.

Halb volles oder halb leeres Glas? Bedrohung oder Chance? Deutlich mehr als die Hälfte (63 Prozent) der Banker, die im Rahmen des PWC Global FinTech Reports 2017 befragt wurden, bewerten den Aufstieg der Fintechs positiv. Er bietet den etablierten Finanzinstituten die Gelegenheit, grundlegende Annahmen zum eigenen Business zu überdenken, um den Weg für Innovationen zu bereiten. Die größte Chance sehen die von PWC befragten Banker darin, ihre eigenen Produkte und Services auszuweiten. Während in Europa fast 60 Prozent diese Möglichkeit sehen, gefolgt von der Aussicht, nun endlich das Potenzial der eigenen Daten und Analytics richtig zu nutzen (rund 50 Prozent), betonen in den USA rund 50 Prozent die Ausweitung des Portfolios und rund 45 Prozent die Datennutzung.

Disruption, Revolution oder Evolution?

Das klingt nach Veränderung, aber keinesfalls nach Waterloo, „Stunde Null“ oder Börsencrash. Vielmehr geht die Branche davon aus, auf Bestehendem aufbauen zu können – zusätzliche Produkte und Services – und Schätze, die sie sich im Laufe der Zeit gewonnen haben, umfassend zu nutzen: ihre immensen Datenbestände. Ganz in diesem Sinne argumentiert Zukunftsforscher Matthias Horx in einem sehr interessanten Beitrag, in welchem er den „Mythos Disruption“ entzaubert. Die Angst davor, mit der Digitalisierung alles zu verlieren, konstatiert er mit Blick auf den „traditionellen Banker“, sei möglicherweise primär die „Angst vor dem eigenen Deutungsverlust“.

Keine Frage: Die momentane Entwicklung erfordert eine Umdeutung des Banking Business in mehrfacher Hinsicht: Die eigene Rolle, das Verhältnis von Bank und Kunde, Vertriebskanäle – fast alles gilt es zu überdenken. Wie eingangs erwähnt lassen sich die Institute mehrheitlich davon nicht entmutigen, sondern sehen die sich ihnen eröffnenden neuen Perspektiven. Sie beherrschen, so Matthias Horx bezogen auf den Mittelstand, „die Kunst der graduellen Evolution: Sie verbessern ihre Produkte, aber auch ihre Prozesse, ständig. So laufen sie den Disrupteuren einfach davon – indem sie den Wandel, dessen Opfer sie werden könnten, selbst gestalten!“

Digital Banking: Evolution des Ökosystems

Wer Evolution und Disruption zusammendenkt, kommt zu deutlich produktiveren Schlüssen als derjenige, der eine Aufeinanderfolge sich ablösender Geschäftsmodelle annimmt: „Organismen und Organisationen sind vielschichtige Entitäten, die in ihrer Lebendigkeit einen hohen Grad an Adaptivität aufweisen. Die Evolution ist spontan, sie füllt jede Nische, sie erfindet sich selbst immer wieder neu“, schreibt Matthias Horx. So gesehen sind Disruptionen der Motor für Veränderungen oder „konstruktive Störungen“.

Mich fasziniert diese Betrachtungsweise, weil sie der Rede vom „digitalen Ökosystem“ einen ganz neuen Sinn verleiht. Auch vor der Digitalisierung waren Banken Teile eines Gesamtsystems. Sie haben es kontinuierlich verändert und wurden von ihm beeinflusst. Technologisch war es allerdings bisher viel schwieriger, diese Konnektivität umzusetzen. Heute beobachten wir einen starken Impuls zur Veränderung und verfügen über die Werkzeuge, diese im Sinne eines digitalen Ökosystems umzusetzen. Unser Digital Banking Hub ermöglicht Banken, Drittanbieter in ihre Systeme zu integrieren und eigene Angebote über Fremdsysteme zugänglich zu machen. Über eine API-basierte Architektur entsteht ein offenes System, das die Zukunftsfähigkeit, die robuste Unternehmen von Hause aus mitbringen, spiegelt und den Finanzinstituten die Gelegenheit gibt, ihr evolutionäres Potenzial zu entfalten.

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