Loyale Mobile-first-Kunden: Open Banking in Asien

In vielen Ländern geben die großen Technologieunternehmen bereits heute den Takt im Digital Banking vor. Mitunter sind sie als Finanzpartner sogar beliebter als die herkömmlichen Institute. Ein Blick auf die asiatischen Märkte zeigt, was auf Europa zukommen wird und mit welchen Strategien die Banken dagegenhalten können.

Ob in Asien, Europa oder den USA: Etablierte Banken konkurrieren nicht mit dem Institut nebenan, sondern mit Technologieunternehmen. Eine aktuelle Studie unter knapp 152.000 Konsumenten aus 29 Ländern ergab, dass Unternehmen wie Amazon, Kakao in Südkorea oder das Alibaba-Tochterunternehmen Ant Financial höchstes Ansehen genießen. So gaben 29 Prozent der Befragten an, mindestens einem Technologieunternehmen mehr zu vertrauen als ihrer Hausbank. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer vertrauen mindestens einem Technologieunternehmen sogar mehr als Banken im Allgemeinen. In puncto Loyalität drohen die Etablierten ins Hintertreffen zu geraten.

Laut Bain & Company hängt die Loyalität der Bankkunden primär von fünf Faktoren ab: Qualität, Zeitersparnis, Reduktion von Unsicherheit, Einfachheit und Nachhaltigkeit einer Investition. Sie schlagen sich in den einzelnen „Episoden“ der Customer Experience nieder, die unterschiedlich komplex sein können: Der Kunde benötigt Ersatz für eine verlorene Kreditkarte, er möchte eine Rechnung online bezahlen oder ein Haus kaufen. Am zufriedensten sind die Kunden, wenn sie eine Episode möglichst einfach und digital unterstützt abschließen können. So trauen über 90 Prozent der Befragten einer Direktbank zu, eine Episode zeitsparend abzuschließen. Bei den herkömmlichen Banken liegt der Wert unter 30 Prozent.

In Asien boomt Digital Banking

Anders als in vielen europäischen Ländern sind Banken in Asien frühzeitig auf den Digitalisierungszug aufgesprungen, um sich die Loyalität ihrer Kunden zu erhalten. So ermutigte die in Singapur ansässige DBS Bank ihre Kunden eindringlich, Onlineservices zu nutzen. Die Services für die vornehmlich digitalen Kunden kosten die Bank zwar das Anderthalbfache, doch der Ertrag dieser Kunden liegt fast doppelt so hoch. Die indonesische BTPN-Bank betrat 2016 mit der Digitalbank Jenius den äußerst zukunftsträchtigen Mobile-Banking-Markt: McKinsey schätzt, dass 55 bis 80 Prozent der Konsumenten in Asien in Erwägung ziehen, ein Konto bei einer Digital-only-Bank zu eröffnen.

PayNow: Kooperation für einen starken Marktauftritt

Payment-Anbieter wie Alipay in China ebnen den Weg für Digital Banking. Dabei setzen sich in Märkten mit einer schwach entwickelten Infrastruktur für Kartenzahlung – etwa Indien und China – bevorzugt Drittanbieter durch. Banken können allerdings dagegenhalten und erfolgreich sein, wenn sie sich zusammenschließen. So bieten neun verschiedene Banken in Singapur ihren Kunden an, über die komfortable und anwenderfreundliche App PayNow Geldbeträge zu senden und zu empfangen: Open Banking und eine gemeinsame Plattform sichern herkömmlichen Finanzinstituten eine starke Marktposition in einem typischen Fintech-Sektor. Mit attraktiven Angeboten für die Mobile-first-Kunden erobern sich Banken eine Kundengruppe mit hohem Potenzial. So fand die DBS heraus, dass digitale Kunden tendenziell mehr Bankprodukte besitzen und stärker mit ihrer Bank interagieren.

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